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  1. #1
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    Beitrag Zünder für 3,7 cm Sprenggranaten

    Aus gegebenem Anlaß *) überprüfen gerade alle Kampfmittelräumdienste ihre Unterlagen zu den Zündern für 3,7 cm Sprenggranaten - ich auch...

    Hier und hier und hier hatten wir das Thema schon einmal, gerade aus dem letzten Threat das (jetzt noch einmal angehängte) Bild zeigt sehr schön, was ich meine:

    Wie unterscheidet man - im Fundzustand (Beschriftung nicht mehr unbedingt lesbar, Zünder ist in Sprenggrante eingebaut) die Zünder voneinander?!?

    Die im sichtbarer Teil erkennbaren Dimensionen sind ja nahezu identisch:

    • Durchmesser (Fuß) 33 mm
    • Durchmesser Kopf 10,5 - 12 mm
    • Höhe (über Granatenkörper) 32,9 mm - 33,6 mm
    • eine Schlüsselbohrung unmittelbar über der Verstemmrille



    1.: 3,7 cm Kpf.Z.Fg (vorgespannter Schlagbolzen!)

    sichtbarer Zünderkörper einteilig aus Aluminium

    2.: 3,7 cm Kpf.Z.Zerl.P sichtbarer Zünderkürper einteilig aus Aluminium
    Unterschiede zu 1.:
    Verschlußschraube (plangeschliffen) seitlich am Zünderkopf
    Verschlußschraube seitlich am Zünderfuß (gegenüber Schlüsselbohrung)

    3.: 3,7 cm Kpf.Z.Zerl.P.v. (vereinfacht)(Variante 1)sichtbarer Zünderkürper zweiteilig aus Aluminium (sichtbare Ringfuge, Schlüsselflächen)

    4.: 3,7 cm Kpf.Z.Zerl.P.v. (vereinfacht)(Variante 2)sichtbarer Zünderkürper zweiteilig aus Aluminium (sichtbare Ringfuge, keine Schlüsselflächen)
    Madenschraube zum Festlegen seitlich

    5.: 3,7 cm Kpf.Z.Zerl.P.v. (St.) (Stahl) Variante 1
    sichtbarer Zünderkörper einteilig aus Stahl

    6.: 3,7 cm Kpf.Z.Zerl.P.v. (St.) (Stahl) Variante 2
    sichtbarer Zünderkürper zweiteilig aus Stahl (sichtbare Ringfuge)
    (Madenschraube zum Festlegen seitlich ?)

    7.: Z.Z. 16
    sichtbarer Zünderkörper einteilig aus Stahlblech, darunter gestufter Stahlkörper

    8.: Z.Z. 20 (vorgespannter Schlagbolzen!)
    sichtbarer Zünderkörper einteilig aus Aluminium

    9.: Z.Z. 21 (vorgespannter Schlagbolzen!)
    sichtbarer Zünderkörper einteilig aus Aluminium

    10.: A.Z. 39
    sichtbarer Zünderkürper zweiteilig aus Aluminium (sichtbare Ringfuge, Schlüsselflächen am Zünderoberteil)

    Der Kopfzünder 40 gehört systematisch ("Zünder für 3,7 cm Sprenggranaten") hier mit her, hat einen sichtbaren Zünderkürper zweiteilig aus Aluminium (sichtbare Ringfuge, Schlüsselflächen am Zünderoberteil), ist aber deutlich länger und schlanker.

    Wenn ich es vereinfacht zusammenfasse:
    sichtbarer Zünderkörper einteilig aus Aluminium auf 3,7 cm Sprenggranate ist böse
    (könnte 3,7 cm Kpf.Z.Fg,
    Z.Z. 20 oder Z.Z. 21 sein (vorgespannter Schlagbolzen!)
    Ausnahme:
    Verschlußschraube (plangeschliffen) seitlich am Zünderkopf und Verschlußschraube seitlich am Zünderfuß (gegenüber Schlüsselbohrung) => dann ist es ein 3,7 cm Kpf.Z.Zerl.P

    Oder mache ich da einen Denkfehler?

    Gruß

    Robert

    PS: *) Untersuchungen laufen noch, derzeit keine weiteren Informationen als in der Pressemitteilung.

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  2. #2
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    Robert, zuerst fällt mir ein das die Sprenggranate 40 nicht mit Zerlegezündern laboriert war. Laut Zweckbestimmung, Dienstvorschriften und der mir bekannten Originalstücke waren die immer mit Aufschlagzündern versehen (anderes macht auch keinen Sinn).
    Ob nun eine "Hexenjagd" nach Zerlegezündern gerechtfertigt ist weiß ich nicht. Ob der Umstände käme eher ein chemischer Zersetzungsprozess in Frage.
    Das alles natürlich nur ohne weitere Details zu kennen.

    Bemerkung:
    Es gibt keine "vorgespannten Zündnadeln" denn daran lässt sich nichts spannen. Unsere Kollegen sollten das eigentlich wissen.
    Was hier gemeint ist ist eine "vorgespannte Zündnadelfeder".
    Last edited by x; 24.07.2018 at 01:14.
    Ich suche Wissen!

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    Und wer toleriert uns?

    Studiert den Hooton-Plan, den Kaufman-Plan und den Morgenthau-Plan!

    Ich bin verantwortlich für das was ich sage, nicht dafür was jemand anders versteht!

    https://www.youtube.com/watch?v=1UkmhtoXCPA
    https://www.youtube.com/watch?v=_aw9aRyjLcI

  3. #3
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    Hi Alex,

    Quote Originally Posted by x View Post
    ... die Sprenggranate 40 nicht mit Zerlegezündern laboriert ...
    Ob nun eine "Hexenjagd" nach Zerlegezündern gerechtfertigt ist weiß ich nicht. ...
    Das ist richtig, die bislang bekannten Fakten "3,7 cm Sprenggranatpatrone 40 für die deutsche Panzerabwehrkanone (PAK). ... unbeschädigte und unverschossene Munition" ergeben nur den AZ 39 sowie 3,7 cm KpfZZerl. P oder Mp, und da hätte eigentlich gar nichts passieren können.
    Mir ging es nur darum, den Vorfall zunächst zum Anlaß zu nehmen, die Leute noch einmal zu sensibilsieren (bei dem einen oder anderen wäre die Aussage, was er eingeladen hat vielleicht nur gewesen "'ne 3-7 Spreng patroniert" - ohne Details, weil er gar nicht darauf geachtet hat...).
    Aber auch patronierte Sprenggranaten mit "Zündnadel, die durch eine Feder vorgespannt ist" werden aufgrund der bisherigen Erfahrungen transportiert.

    Solange mein keine detaillierteren Erkenntnisse hat, sind es nur Mutmaßungen, und damit eigentlich keine Grundlage für Maßnahmen irgendeiner Art.

    Ob der Umstände käme eher ein chemischer Zersetzungsprozess in Frage.
    Und davor habe ich richtig Bammel, denn so eine Ursache wäre wohl kaum auf bestimmte Munitionsarten/Chargen etc. einzudämmen, sondern wäre in der konsequenten Umsetzung dann der Auslöser, alles in der "Kugel" zu transportieren



    Bemerkung:
    Es gibt keine "vorgespannten Zündnadeln" denn daran lässt sich nichts spannen. Unsere Kollegen sollten das eigentlich wissen.
    Was hier gemeint ist ist eine "vorgespannte Zündnadelfeder".
    Ja, ja.
    Du hast recht, ich ärgere mich in der Berichterstattung auch immer über den Pseudo-Fachbegriff "kontrollierte Sprengung" (ähnlich wie "weißer Schimmel" oder "schnelles Rennauto", und da sollte man durchaus auch die sprachlichen Feinheiten beachten.

    Allerdings ist "vorgespannte Zündnadel" inzwischen schon ein Pseudonym geworden wie "Tempo" für Zellstoff-Einmaltaschentuch oder ""Spüli" bzw. "Fit" (je nach Herkunft) für oberflächenspannungherabsetzendes Geschirrspülmittel

  4. #4
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    Apropos
    Quote Originally Posted by Munibob View Post

    ... nur den AZ 39 sowie 3,7 cm KpfZZerl. P oder Mp, ...


    hier und hier wird auf die möglichen Ersatz-"Aufschlagzünder"

    • 3,7 cm Kpf. Z. Zerl. P.
    • 3,7 cm Kpf. Z. [Zerl. P durchgestrichen] MP
    • 3,7 cm Kpf. Z. MP
    • 3,7 cm Kpf. Z. MA

    mit deaktivierter Pulverzerlegung eingegangen.


    Nabob hat vor Jahren einmal geschrieben:
    "I have found what MP means in Czech translation of Soviet book on German fuzes from 1944 is written: In first half of 1940 Germans temporarily manufactured (fuze marked MP) and also temporarily ( fuze remarked from P to MP) the self destruction of 3,7cm kpf.Z.Zerl.P from a “composition not emitting gases” instead of black powder. This did not mend the shortcomings so the manufacture of the fuze 3,7cm Kpf.Z.Zerl.P was stopped and was substituted for 3,7cm Kpf.Z.Zerl.P v.”
    I still do not know what MA means."

    Hat jemand mehr Informationen zu diesen Zündern?

    Gruß
    Bob

  5. #5
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    Hallo Bob,
    I also see another suspect in this case: Sprengkapsel Duplex. Not Duplex (Lm) but the original Ausf. A Messing. What was the primary composition. The D 460/5* Ringbuch für Zündladungen und Sprengkapsel says "Kombinierte Initial-Friktions-Satz. Could there be a chemical change with the metal of the body?

    Good to hear that the only casualty was the Amarok.
    Bob

    „A mind needs books like sword needs a whetstone, if it is to keep its edge“
    Tyrion Lannister

  6. #6
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    Ist es moglich das es ein M-geschoss war mit en Zerl Z 20? Kann mir so denken das es nicht nur die zunder ist die oxidiert ist aber auch die ganathulle die ganz verrostet ist und kaum zu erkennen.

    http://www.wk2ammo.com/showthread.ph...-and-questions

    Gruss, DJH
    Last edited by PzGr40; 24.07.2018 at 22:41.
    You wanna make a piece of ammo look interesting? .......cut it!

    Looking for / Suche noch:
    -8,8cm Pzgr.40.

  7. #7
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    Derk, die M-Granate hat eine ganz andere (größere) Leuchtspur. Die Sprenggranate 40 ist kaum zu verwechseln. Und laboriert war sie nur auf der 37x250R Pak Hülse und ist auch in patronierter Form erkennbar dann.

    Robert, Du hast recht mit "eingeschlichenen Falschbezeichnungen" aber Fehler soll man nicht wiederholen oder gar weitertragen sondern dagegen ankämpfen denn wer im kleinen pfuscht tut es auch im Großen.
    Und da die Fachkollegen als sagen wir mal "Experten" gelten müssen sie das richtige Fachvokabular benutzen und keine Stammtischausdrücke.

    Ich weiß ich reite darauf herum aber es gibt auch keine "durch Federn vorgespannte Zündnadeln" denn das Vorgespannte ist nachwievor die Feder.
    Alternativ (und richtig) wäre "eine unter Federdruck stehende Zündnadel".

    Und nur um es klarzustellen, das ganze geht nicht an Deine Adresse! Denke aber das Du das eh weißt.

    Und ja, die chemischen Zersetzungsprozesse sind faktisch kaum nachvollziehbar da dort eine Unzahl nicht feststellbarer Faktoren eine Rolle spielen die in keinster Weise wahrgenommen werden können da quasi jedes einzelne Teil einen Einzelfall darstellt.
    Das berühmteste Beispiel ist ja die Pikrinsäure, hier kennt ja (fast) jeder die Folgen des Alterungsprozesses weil dieser relativ schnell vonstatten geht und sehr gefährlich ist.
    Der Alterungsprozess der ja quasi eine chemische Reaktion ist wird u.a. beeinflusst von:
    - dem Stoff selbst
    - welche Reinheit er hat im chemischen Sinne
    - verunreinigungen die von außen dazukamen, heißt es reicht vom Putzlappen der in die Maschine fiel bis zum nachlässigen Arbeiten mit schmutzigen Werkzeugen und behältern (hier kann es jedes Material auf der Welt sein das dem Stoff "beigemengt" worden sein kann)
    - wie der Stoff verarbeitet wurde (thermisch und beim laborieren)
    - in welche Hüllen (also deren Material) er laboriert wurde
    - ob und wie die Hüllen dann von innen beschichtet waren
    - Korrosion der Hüllen (schon vor dem Laborieren und auch in der Zeit danach)
    - Lagerung der fertigen Munition und etwaige thermische und mechanische Belastungen die nach dem Fertigen auf die Munition einwirkten
    Dies sind nur einige Beispiele, eine durchdachte Liste wäre wohl noch viel länger.
    Diese Faktoren beeinflussen sich alle gegenseitig und münden in eine unendliche Anzahl von Möglichkeiten.
    Daher ist Deine Schlussfolgerung das die chemische Stabilität ein ganz imens wichtiger Faktor ist, der wohl wie man u.a. jetzt sieht, sehr unterschätz wurde und wird.

    So, jetzt habe ich aber genug geschwafelt!
    Last edited by x; 26.07.2018 at 16:26.
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    Wer nichts weiß muss alles glauben!

    Und wer toleriert uns?

    Studiert den Hooton-Plan, den Kaufman-Plan und den Morgenthau-Plan!

    Ich bin verantwortlich für das was ich sage, nicht dafür was jemand anders versteht!

    https://www.youtube.com/watch?v=1UkmhtoXCPA
    https://www.youtube.com/watch?v=_aw9aRyjLcI

  8. #8
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    ...der Faktor "hochsommerliche Temperaturen" sollte auch mit in Betracht gezogen werden. Besonders, falls die Kiste schon eine Weile im Auto war und dieses sich in der Sonne aufheizen konnte. Das wäre im Normalfall zwar keine alleinige Ursache, aber zusammen mit bereits stattgefundenen chemischen Reaktionen/Kristallwachstum und Stößen während der Fahrt wäre ein Zusammenhang denkbar.

    Solche teils unerklärbaren Unfälle gab es auch schon, als die Sachen noch neu gewesen sind.
    "Die Geschosse sollen, durch die Kraft der Pulvergase mit großer Geschwindigkeit aus dem Rohr geschleudert, am Ziel lebende Wesen außer Gefecht setzen oder Gebrauchsgegenstände des Gegners zerstören" [Pulkowski] -> Das sollte man nie vergessen

  9. #9
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    Blatt21.jpg
    Detail ,,Kombinierte Initial-Friktions-Satz,,
    Last edited by AKON; 03.08.2018 at 14:57.

  10. #10
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    Es gibt eine 3;7 Mingranate die sieht fast wie die 37 gr 40 aus . Bin Gerade in Koatien sobald ich zu Hause bin sende ich euch ein Bild

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